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09 März 2007

...doch nicht verschwunden

Hoppla,
und schon sind wieder 4 Wochen rum. Shame on me, die Tage des häufigen Uploadens von Geschichten sind auch in die Vergangenheit gerückt.
Nun, ich kann nicht behaupten, dass nichts passiert wäre, doch alles ist in Bewegung, so dass eine Bestandesaufnahme einfach zufällig ausfallen muss.
Morgen kitzele ich alle meine Englisch-Kenntnisse heraus, denn es gilt das Certificate of Advanced English abzuholen. Gerade habe ich einen Ausstellungsführerkurs im Zeitgenössischen Museum angefangen. Zwischendurch öffnen sich immer wieder Optionen, eine andere Wohnung zu beleben. Was konstant bleibt: Die Treffs in den Lieblingsbeizen und -clubs: Siraly, Sark, Elato und Cha Cha Cha. Sogar zum Baden bin ich in letzter Zeit nicht mehr gekommen!
Och ja, dann war ich auch bei Marci in Wien. Was mir geblieben ist: Lasse von billigen Rotwein in Österreich und die harteste Kneipe namens Fluc steht am Prater.
Apropos, bei einem Museumsbesuch fügte ein Wärter an, dass jetzt ein ganz moderner Bahnhof in Wien entsteht: "Wissen's, nächstes Joor ist bei uns die ÖÖropameisterschoft." Ich hab' dann sehr laut husten müssen!



11 Dezember 2006

Fuss fassen (Baustelle)

Es ist tatsächlich schon um halb acht, doch mein Büro ersetzt mir wieder mal den Gang zum Internetcafé, wo in der Box nebenan lautstarke Skype-Gespräche auf Arabisch geführt werden. Ich merke hier einfach, wie abhängig unsere Generation bereits vom Internet ist (oder bin es nur ich?). Jedenfalls ist eine Wohnung ohne Internetanschluss schon stark gewöhnungsbedürftig. Ich habe mal angeregt, dass meine Kontaktstelle hier in Ungarn schauen würde, dass eine Internet-Verbindung doch bitte vor ihren Weihnachtsferien zustande kommt. Ich glaube nicht so daran...
Andererseits bin ich eben diese Woche ganz schön gefordert. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich mich für den Intensivkurs Ungarisch entschieden habe. Seit Donnerstag sitze ich jeden Morgen also für 4 Lektionen in der Schule. Doch der Mut hat sich gelohnt, mitten in den Kurs einzusteigen. Immerhin habe ich wieder Lust bekommen, die Sprache zu lernen. Kurz vor meiner Abreise aus Vác hatte ich eigentlich mit dieser Sprache abgeschlossen und mich angefreundet mit dem Image als ignoranter Expat, zumal da ich ja in der English-spoken Central European University arbeiten würde. Seltsam, scheinbar ist es mit der Sprache wie beim Essen: Manchmal kommt der Appetit erst beim Essen. Hilfe, ist das jetzt Teleologie oder was?
Ok, ich drifte ab. Es gibt also viel zu büffeln und nachmittags bin ich an der Uni, wo ich meine Arbeitskollegen und auch allgemein die Stimmung mag. Es laufen jedenfalls viele Veranstaltungen, besonders auch im Bereich der Internationalen Beziehungen.
Sonst versuche ich die Kulturclubs hier abzuchecken, so dass ich ab Weihanchten auch als Reiseführer etwas tauge. Zu berichten gibt es vorerst nur: Ein guter Ort Leute kennenzulernen ist und bleibt der Töggelitisch.

PS: In der rechten Spalte findet Ihr meine Kontaktdetails. Ich freue mich auf jede Meldung.

16 November 2006

eine Betrachtung (Wochengulasch Nr. 2)

Es geht schnell, schon sind zwei Wochen um, und es bleiben mir noch zwei weitere hier in Vác. Ich bin in letzter Zeit geistig nicht mehr ganz so stark in das Projekt involviert gewesen. Kein Wunder, denn Wien und überhaupt Freunde aus der Schweiz zu sehen, holt einen ziemlich aus dieser Welt heraus, die doch vor allem ästhetisch und akustisch anders daherkommt. Ich muss mich wieder neu einlassen auf diese andere Welt. Manchmal strengt es einfach an, wie wichtig wäre dann eine Routine, die einen wieder ausgleicht. Es fällt auf, dass ich hier viel mehr meinen Stimmungen ausgeliefert bin, je nachdem, was ich für eine Episode erlebe. Diese Episoden sind auch nie zusammenhängend, sondern bilden einzelne Bedeutungsinseln. Wie ein Detektiv nehme ich diese Details wahr, und versuche die darunterliegende Dynamik zu ergründen.