Poah, eigentlich sollte heute ja mein zweiter Tag sein, an dem ich das Donauknie erkunde. Doch ich brech erst in einer Stunde nach Esztergom auf, da es gestern doch ziemlich spät wurde.
Nachdem ich in den letzten beiden Wochen vergeblich versucht habe, irgendeine kulturelle Veranstaltung hier in der Stadt vorzufinden, sagte ich mir: "Hey, jetzt ist Samstag abend, jetzt geht es in einen richtigen Tanzschuppen mit Leuten, Betrunkenheit und Gender Thematik."
Nun, der Club "Mouseoleum" war das Ziel (der Programmpunkt am 24.11. klingt ziemlich funktional: "Laptop Dj"). Erste Kontrolle, Zeitpunkt: Ich kam gegen 23 Uhr an, und die Räume waren schon recht mit Männlein und Weibchen gefüllt. Nur das was ich fälschlicherweise als einzigen Tanzraum begriff, war leer [von aussen hineinblickend] bzw. von einem knutschenden Paar belegt [nach dem Hineingehen].
Normalerweise tickt die gesellschaftliche Uhr schneller in Ungarn. Ich meine damit, dass du als 25-jährige Frau mindestens ein Kind hast, das mindestens 5 Jahre alt ist. Als 30-Jähriger werde ich natürlich gefragt, ob ich Kinder habe (was mir in der Schweiz noch nie passiert ist). Ich erwartete also einen Ansturm von jungen Mädels und Typen. Dass der Club erst als zugänglich ab 18 Jahren angepriesen wurde, liess mich hoffen, dass mir wenigstens die ärgste Teenager-Flut erspart bleibt.
Aber was sah ich da? Ein buntes Miteinander von 20 bis 35-Jährigen. Elternausgang? Vielleicht, denn die meisten Leute kamen in kleineren Gruppen.
Die Forschungsresultate in Kurzform:
Die Ungarin
mag: hautenge Oberteile, tiefe Ausschnitte, Hosen, ab und zu blondiert, rauchend
mag nicht: Bauchfrei, Tanga herausschauend, Röcke
Der Ungar
macht: gewinnt gegen mich im Töggelen, hängt mit Kumpels herum, wünscht mir auf englisch "Have a great party"
Der Hintergrund
Angekündigt war ein Best of von ungarischen Dancesongs. Sie haben es fertig gebracht, sogar die Qualität der rumänischen Sommerhits zu unterbieten, was ich vorher als absoluten Massstab betrachtet habe.
Das Zusammenspiel der Geschlechter
Man hat Spass miteinander, tanzt (auch die Männer), raucht und trinkt viel. Angesprochen werden nur Frauen, die man von früher kannte (Freundesfreundebekannte), ausser man hat zu viel getrunken, was aber ein Einzelfall ist (Klarstellung: das ist nicht der Berichterstatter). Franziska würde das wohl, als typische lockere Stimmung in Weinfelden beschreiben.
Konklusion
Niemals einen White Russian im Mouseoleum bestellen. Nach einer minütigen Erklärung kriegst du Wodka + Baileys + Kaffeerahm. Egészségedre! (Ägeschegädrä ausgesprochen, Prost)
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20 November 2006
15 November 2006
Besuch von Bachmann'sche
Ich gebs ja zu. War letzte Zeit etwas weniger fleissig. Dafür war ich kurz am Wochenende in Wien. Und gestern revanchierte ich mich mit einem Vác-Empfang bei Patric, Michèlle, Olivier und Barbara.
Wer spielt hier welches Instrument?
Beim Lösen eines technologisch sophisticateden Problemes
Wer spielt hier welches Instrument?
Beim Lösen eines technologisch sophisticateden Problemes
Zusammen in den versunkenen Donauwäldern. (Keine Ahnung, warum ich neuerdings dieses Kinski-Gesicht draufhabe. Vielleicht habe ich grad an die örtliche Post gedacht, ächz, hell!)
Und zurück führte der Weg bei Budapest vorbei, wo im Kontrast des NGO-Lebens von Vác die pushed-up-Society sich trifft. Ganz in der Nähe der St. Stephans Basilika, die ihr hier seht.
Und zurück führte der Weg bei Budapest vorbei, wo im Kontrast des NGO-Lebens von Vác die pushed-up-Society sich trifft. Ganz in der Nähe der St. Stephans Basilika, die ihr hier seht. 11 November 2006
Unterwegs
Es war heute einfach zu schönes Wetter, und ich hatte bereits um 2 Uhr Arbeitsschluss! Das erste Bild ist auf der Uferstrasse, auf dem Weg zur Sprachstunde. Dann gings direkt nach Budapest an ein kleines, feines Filmfestival. Konnte ein gutes Wort für die Kurzfilmtage in Winterthur einlegen. Mein Heimatbahnhof ist momentan der Nyugati pályaudvar, was Westbahnhof heisst. Ich kann es mir stattdessen nie verkneifen, an Nougat zu denken. Die Architektur stammt übrigens von Eiffel (Bild 2).
Und was die ZVV und andere einführen, gibt es jetzt auch bitte schön auch auf dem stillen Hauptplatz zurück in Vác, die öffentlich gemachte Videoüberwachung. Da haben sich die Vácer aber ein dankbares Objekt ausgesucht, mit einem einen Hektar grossen Platz!

Und was die ZVV und andere einführen, gibt es jetzt auch bitte schön auch auf dem stillen Hauptplatz zurück in Vác, die öffentlich gemachte Videoüberwachung. Da haben sich die Vácer aber ein dankbares Objekt ausgesucht, mit einem einen Hektar grossen Platz!

09 November 2006
Herumgetümpel in der Provinz
Die letzten zwei Tage war nicht viel los. Höhepunkte waren meine ersten Sprachstunden in Ungarisch und mein unfreiwilliger Starauftritt im Hallenbad: Ich hab doch die verdammte Badekappe vergessen. Lustig wars, weil ich zuerst mal halt alle fremden Blicke ignorierte. Nach einer Weile im Wasser schien es mir komisch, das alle so schwimmprofimässig aussahen, und mir fiel dann der Unterschied auf. Im ersten Schusel wäre ich noch fast gutschweizerisch aus dem Wasser gestiegen, um das Teil zu holen. Doch dann sagte ich mir, dass bringt jetzt auch wieder gar nichts und jetzt spiele ich halt mal den ignoranten Ausländer (mein Lehrbuch heisst übrigens: "Ungarisch für Ausländer"; damit man weiss, wo man hingehört)!
Morgen gehe ich dann mal richtig in die Stadt. Freitag und Samstag findet ein Filmfestival zum originellen Thema "Walking on the water" statt. Also halb sechs nach Budapest und halb zwölf zurück. Mann, diese Situation erinnert mich einfach zu stark an meine frühere Lage in Winterthur, ächz (sorry, für alle Winti-Afacionados). Nur, dass das Kleinstädtchen noch provinzieller ist, und die Grossstadt bisschen urbaner. Aber Vilmos musste mich heute unbedingt korrigieren, dass Budapest eine Town wäre, und Vac eine City: Im Gegensatz zur Hauptstadt hat dieses Provinznest hier einen Dom!
Morgen gehe ich dann mal richtig in die Stadt. Freitag und Samstag findet ein Filmfestival zum originellen Thema "Walking on the water" statt. Also halb sechs nach Budapest und halb zwölf zurück. Mann, diese Situation erinnert mich einfach zu stark an meine frühere Lage in Winterthur, ächz (sorry, für alle Winti-Afacionados). Nur, dass das Kleinstädtchen noch provinzieller ist, und die Grossstadt bisschen urbaner. Aber Vilmos musste mich heute unbedingt korrigieren, dass Budapest eine Town wäre, und Vac eine City: Im Gegensatz zur Hauptstadt hat dieses Provinznest hier einen Dom!
06 November 2006
Wochengulasch Nr. 1
Die ersten 5 Tage sind gut überstanden. Nach der Ankunft am Donnerstag Nachmittag im Haus der Umweltstiftung Göncöl in Vác, habe ich jetzt mal alle ungefähr zehn, meist jungen Gesichter der MitarbeiterInnen gesehen. Der Chef Vilmos ist ein herzlicher knorrliger Typ um die 45, schwankend zwischen Aufbrausen und wegen-sich-selber-schmunzeln. Mit ihm habe ich auch hier im Göncölhaus am meisten zu tun, die anderen drücken sich, auch wegen der Sprache bisweilen, vor mir herum.
Ich muss also dieses NGO retten, oder besser der Welt erklären, wer sie sind. Zudem sollen die Kontakte in der Zwillingsstadt Donaueschingen besser "bearbeitet" werden.
Die Stadt Vác ist hübsch verschlafen, als Highlight wurde mir heute im Tourinform (ehemalige staatliche Auskunftsstelle) die 216 Mummien der Stadt angepriesen. (Wer schon mal im ungarischen Pécs war, hat dort Ähnliches vorgefunden).
Tourist-like ist auch mein Essverhalten hier. Zu günstigen Preisen gibt es wirklich sehr feine Sachen auswärts, z.B. Spätzli und Zwiebeln mit Schafskäse überbacken. Und damit das alles wieder wegkommt, habe ich mir heute im Hallenbad grad die 10er-Karte gelöst, nicht ohne mindestens drei Leute damit absorbiert zu haben.
In der Stadt der Kellerbars beginnt nun meine 2. Woche.
Ich muss also dieses NGO retten, oder besser der Welt erklären, wer sie sind. Zudem sollen die Kontakte in der Zwillingsstadt Donaueschingen besser "bearbeitet" werden.
Die Stadt Vác ist hübsch verschlafen, als Highlight wurde mir heute im Tourinform (ehemalige staatliche Auskunftsstelle) die 216 Mummien der Stadt angepriesen. (Wer schon mal im ungarischen Pécs war, hat dort Ähnliches vorgefunden).
Tourist-like ist auch mein Essverhalten hier. Zu günstigen Preisen gibt es wirklich sehr feine Sachen auswärts, z.B. Spätzli und Zwiebeln mit Schafskäse überbacken. Und damit das alles wieder wegkommt, habe ich mir heute im Hallenbad grad die 10er-Karte gelöst, nicht ohne mindestens drei Leute damit absorbiert zu haben.
In der Stadt der Kellerbars beginnt nun meine 2. Woche.
05 November 2006
Akustisches und Visuelles
Spannend im Osten Europas sind auch die anderen Gebräuchlichkeiten. Was top aktuell in öffentlichen Einrichtugen ist, ist die hochbeschallte 80er Jahre Musik. Heute im Hallenbad (saugut bei diesem Sauwetter; es windet einem fast die Donau davon) konnte ich meine Längen (sonst gibts nichts zu tun) zu Modern Talkings "Geronimo's Cadillac" ziehen. Super, nicht?
Einen Monat in diesem Städtchen (30'000 Einwohner) werden mir wohl reichen. Samstag abends auf dem Stadtplatz siehts aus wie früher samstags in Winterthur, nämlich leer. Das einzige Kino hat bereits das ganze Programm für den November herausgegeben. Bis 13. gibts nur Ungarisches, dann folgt World Trade Center, und dann erst Volver. Vielleicht ist ja der Animationsfilm Nadyon Vadon (big wildlife) auch von den Bildern her lustig. Der Film kommt bereits am 9. November.
Überhaupt was die Sprache angeht, grausame Konzentrationssache ist das: Nur das "é" ist eigentlich ein "e", während sie unser "ä" als "e" schreiben. Zudem ist auch nur das "á" (wie in Vác) unserem "a" vergleichbar. Das ungarische "a" ist wieder wie das "a" in Washington, also zwischen "a" und "o". Kurz: ein Chrüsimüsi.
Einen Monat in diesem Städtchen (30'000 Einwohner) werden mir wohl reichen. Samstag abends auf dem Stadtplatz siehts aus wie früher samstags in Winterthur, nämlich leer. Das einzige Kino hat bereits das ganze Programm für den November herausgegeben. Bis 13. gibts nur Ungarisches, dann folgt World Trade Center, und dann erst Volver. Vielleicht ist ja der Animationsfilm Nadyon Vadon (big wildlife) auch von den Bildern her lustig. Der Film kommt bereits am 9. November.
Überhaupt was die Sprache angeht, grausame Konzentrationssache ist das: Nur das "é" ist eigentlich ein "e", während sie unser "ä" als "e" schreiben. Zudem ist auch nur das "á" (wie in Vác) unserem "a" vergleichbar. Das ungarische "a" ist wieder wie das "a" in Washington, also zwischen "a" und "o". Kurz: ein Chrüsimüsi.
03 November 2006
Haus und Umgebung
Heute gings richtig los: Ich wurde gebrieft, was es zu tun gibt. Eher eine allgemeine Problemstellung, als ein klarer Ablauf. In Kürze: Wie kann Göncöl, dieses NGO, überhaupt und klar verständlich wahrgenommen werden?
Unterdessen habe ich meine nähere Umgebung kennengelernt. Die besten Sites erwischte ich wieder mal ohne Kamera, sorry. Z.B. der Supermarkt, direkt vor dem Friedhofshügel. 'Shopping till you die' vielleicht etwas zu wörtlich genommen.
Das ist das Göncöl-Haus von der Donaupromenade her. Das viele Holz wird diesen Winter in der umgebauten Holzheizung verfeuert. Momentan geht sie aber nicht richtig, so dass 14 Grad im Haus herrschen.

Donaupromenade ist wohl etwas untertrieben, es breitet sich ca. 100m Flachland aus, von den Kommunisten aufgeschüttetes Land. Mitten daraus sieht man an die Rückseite von einigen schönen Gebäuden.

Ja, ja, gebts zu, ihr wollt einfach nur die Donau sehen! Hier ist sie, reichlich unspektakulär:
Unterdessen habe ich meine nähere Umgebung kennengelernt. Die besten Sites erwischte ich wieder mal ohne Kamera, sorry. Z.B. der Supermarkt, direkt vor dem Friedhofshügel. 'Shopping till you die' vielleicht etwas zu wörtlich genommen.
Das ist das Göncöl-Haus von der Donaupromenade her. Das viele Holz wird diesen Winter in der umgebauten Holzheizung verfeuert. Momentan geht sie aber nicht richtig, so dass 14 Grad im Haus herrschen.

Donaupromenade ist wohl etwas untertrieben, es breitet sich ca. 100m Flachland aus, von den Kommunisten aufgeschüttetes Land. Mitten daraus sieht man an die Rückseite von einigen schönen Gebäuden.

Ja, ja, gebts zu, ihr wollt einfach nur die Donau sehen! Hier ist sie, reichlich unspektakulär:
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