Posts mit dem Label Umgebung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Umgebung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

08 Februar 2007

Das ist nicht die Schweiz...

...sondern in Zakopane, Polen (Quelle: Laura)

17 Dezember 2006

Bratislava - Reisen unter der Nebeldecke

Eine Reise ins nachbarschaftliche Ausland hatten wir geplant. Michelle fuhr nach 45 Minuten in Pressburg ein, meine Bekannte aus dem gleichen Arbeitslosenprogramm Lucy erreichte Bratislava von Győr her, während ich nördlich entlang der Donau nach Pozsony fuhr. Also erreichten wir auf verschiedenen Wegen - zwar nicht ganz zur gleichen Zeit - die Metropole der verrückten äusseren Erscheinungen - Bratislava.

Es fängt schon mal mit dem Hauptbahnhof an. Hauptbahnhof? Eher wohl ein Einkaufszentrum.

Die Grundsätze der Physik sollen auch ausgetestet werden. Die Slowaken fanden die umgekehrte Pyramide als zweckmässig genug, um den eigenen Rundfunk zu beherbergen.
(Quelle: wikipedia.de, "Bratislava")

Eine superkitschige Kirche fanden wir dann etwas ausserhalb der schnuckeligen Altstadt. Die sogenannte blaue Kirche hält für jeden Disneyland-Liebhaber ein geeignetes Detail parat.

Vielleicht ist ja auch Las Vegas die Zwillingsstaft vom Bratislava, und sie mussten das Interieur als Schenkung annehmen?


Die Mitteleuropäer

Was die Gestaltung von Statuen angeht, sind die Bratislaver auch ganz schön unkonventionell. Es werden nicht immer die gleichen Ungarenkönige (Arpad, Stephan) oder Republikkämpfer (Kossuth, Petöfi, Deak) gewürdigt, sondern der einfache Dollenarbeiter kann sich hier verewigt entdecken.

Nach ein bisschen Glühwein, sieht die beschwingte Altstadt auch so aus.

Es lässt sich wunderbar zurücklehnen in dieser niedlichen-freundschaftlichen-unaufgeregten Atmosphäre. Und einen Weihnachtsoverkill wie an deutschen oder elsässischen Christkindmärkten riskiert man nicht. Dafür ist Bratislava zu pragmatisch mit ihren deftigen Wurstdüften, und schnell aufgebauten Eishockeyfeldern ohne Eis. Aber wen kümmert's?

21 November 2006

Dunakanyar, die Zweite

Hier nochmals das Donauknie in Realität. Mit dem Zug bin ich nun mal auf der Nordseite der Donau nach Sturovo/Parkany (slk./ung.) gefahren, gleich gegenüber Esztergom. Die Fahrt auf dieser ungefähr 60 km langen Strecke von Vác in die Slowakei zeigte mir exemplarisch die Verhältnisse von Ungarn zu seinen Nachbarn auf.

Nachdem ich den Morgenzug am Sonntag verschlafen habe, fuhr der erste Zug am Nachmittag erst wieder um 14 Uhr (zum Vergleich: zum Grenzstädtchen Szob gibt es eine stündliche Verbindung). Nun, ich erreichte ebenfalls Szob, wo bis auf eine Handvoll Leute alle ausstiegen. In Sturovo angekommen, war die Sprachverwirrung offensichtlich. Während alles Schriftliche auf Slowakisch war, hörte ich weiterhin um mich Ungarisch. Sogar der Zöllner hat nach dem slowakischen Gruss sofort die ungarische Wendung "Jo napot" angefügt, als ich nicht reagiert habe. Nach einer Recherche später: Es leben knapp 69% Ungaren und nur 28% Slowaken in Sturovo. Doch die einzige sichtbare offizielle Sprache ist Slowakisch! Trotz der auf politischen Absichtserklärungen gut klingenden Zusammenarbeit der "Visegrad-Gruppe", herrscht eher eine starke Zurückhaltung.




Man stelle sich vor: Zwischen Deutschland und der Schweiz gibt es zwischen Schaffhausen und Basel gerade zwei Rheinbrücken. Es gab mal eine Dritte, doch die ist zerstört worden. Deutschland und die Schweiz finden zögernd, eine dritte Brücke wäre sinnvoll, und zusammen mit zusätzlichen EU-Geldern wird die neue Brücke 2002 eingeweiht.
Natürlich handelt es sich hier um die Slowakei und Ungarn. Die Maria-Valeria-Brücke (unverfänglich für jeglichen Nationalismus) seht ihr auf dem Bild.
[und ich musste auch zuerst nachschauen. Die Slowaken nennen sich tatsächlich selbst "Slovenska Republika"]




Hier der Blick von der Brücke zum Esztergomer Dom.
Eine gehörige Portion Machtdemonstration ist das! Jedenfalls ist hier der wichtigste Katholik Ungarns zuhause. Und das seit 1000 Jahren.




Hier seht ihr die Statue der geduldigen Digitalkamera-Fotografin. Rechts davon ein älteres, grösseres Exemplar.


Da die direkten Verkehrsverbindungen nach Vác wegen Grenze und unumgänglichen Flussüberquerungen eingeschränkt sind, bin ich dann sowohl Samstag als auch Sonntag via Budapest gereist. Ich freue mich wirklich riesig auf den nächsten Monat in Budapest!


20 November 2006

Dunakanyar (danube bend, Donauknie)

Am Wochenende habe ich mir das Donauknie vorgenommen. Vác liegt in der Karte rechts oben. Gerade westlich liegt die langgezogene Donauinsel Szentendre. Westlich davon in der stärksten Biegung liegt Visegrad (hallo Politologen!). Die ganze Strecke wird mit der Bischofsstadt Esztergom an der slowakischen Grenze abgeschlossen.
Von Vác aus gab es schon die ersten Minis. Später auf der Insel sah ich das Treffen der kleinen Engländer bei einem Holzkreuz am Strassenrand, beschrieben mit "Mini".
Endlich mal übersetzen auf die andere Seite, auf welche ich jetzt schon 2 Wochen geguckt habe.
An der nördlichen Spitze läuft die Insel in eine schöne Naturlandschaft aus. Etwas für Sonntagnachmittage zu zweit. Links thront die Burg von Visegrad.
Hinüber auf die Visegrad-Seite, diesmal mit einem bescheideneren Verkehrsmittel



Wer hat's denn gesagt?! Nach meinem Start im Winter geht's zurück in den Herbst. Schöne Eichenwälder. Und wie die dufteten! [Schwelg]


Ha, im Lonely Planet war gestanden, es sei sehr steil und nur für geübte Wanderer. Ich dachte, die Aussies müssen einem Schweizer doch nichts vormachen, den Hügel nehme ich doch mit links. Richtig war: es war sehr steil!


Dafür gabs dann auch was zu sehen. Hier wieder das Donauknie um Visegrad.
Schon wie eine richtige Jurawanderung fühlte sich das alles an. Inklusive lustiger Felsformationen.
Nochmals vom Herbst profitiert! Am nächsten Tag ging es von der Natur ins Kulturelle (siehe Teil 2).

04 November 2006

in den Bakony Hügeln im Schnee

Gestern war ich von Vilmos, dem Chef des Umwelt-NGOs hier in Vac, eingeladen worden, das Vereinshaus einer Tochterorganisation der Stiftung besuchen zu kommen. Heute gab es ein grosses Zusammentreffen von ehemaligen Campleitern in diesem Gebäude in den Bakony Hügeln. Nach der Diaschau vor Ort zu schliessen, fanden jeweils sommers seit 20 Jahren sowas wie alternative Pfadilager statt (z.B. Bauen eines keltischen Bodenofens).

Auch rund um das Haus gibt es viel Selbstproduziertes, was mich stark an den Besuch der Kollektive Longomai, bei uns in der WG erinnerte. Neben Kräutergarten, Obstbäumen, Ziegen und Schafen existiert auch ein traditioneller Ofen:










Ich erlebte bereits meinen ersten Wintertag. Der Wald war schon verzuckert.





Und das 200-Seelen-Dorf verwandelte sich innert Kürze:



Nun, was die Kommunikation mit den 30 Leuten anging: Es ist wohl Zeit, Ungarisch zu lernen. Sich selber jeweils einen Übersetzer zu organisieren, kann es wohl nicht sein.
Im englischsprachigen Budapester Ausgehmagazin antwortete ein hier ansässiger Amerikaner, ob er Ungarisch spreche: "Enough to get by, not enough to get to know women who don't speak English."
Ehrlicherweise ist anzufügen, dass es für ersteres keines Ungarischen bedarf.